Wie Sie Ihr Bewerbungsgespräch erfolgreich meistern
Der erste Schritt zu Ihrem Traumjob ist getan – Sie wurden zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Herzlichen Glückwunsch! Laut des Jobvite Recruiting Funnel Benchmark Reports von 2017 sind Sie einer von sechs Bewerbern, die zu einem persönlichen Gespräch gebeten wurden! Um Ihnen den nächsten Schritt zu erleichtern und damit Sie auch bei dem Vorstellungsgespräch brillieren, haben wir von Tunnicliffe Hunt einen Leitfaden mit Dingen erstellt, auf die Sie vor, während und nach dem Gespräch achten sollten.
Vor dem Gespräch

Recherche
Sobald Sie dem Gespräch zugesagt haben, sollten Sie anfangen, sich über das Unternehmen und den Sektor zu informieren. Machen Sie sich ein Bild von den wichtigsten Kennzahlen, der Unternehmenskultur, der Unternehmensleitung und den Wettbewerbern, und vielleicht auch einige Fakten über die Abteilung, für die Sie sich bewerben. Dies wird Sie interessiert und engagiert wirken lassen.
Wenn Sie den Namen des Interviewers kennen, können Sie auch ihn bei LinkedIn suchen und sich einen ersten Eindruck von ihm machen. Wenn Sie noch nicht wissen, wer das Gespräch mit Ihnen führen wird, fragen Sie einfach bei dem Unternehmen nach.
Ihre Stärken
Stellen Sie Ihre Stärken und Argumente für Sie heraus, zum Beispiel Ihre langjährige Erfahrung in einem speziellen Sektor oder Bereich. Sie können hier auch auf Ihre Weiterbildung und andere Fähigkeiten hinweisen – behalten Sie aber auch die Qualifikationen im Kopf, die in der Stellenbeschreibung gefordert wurden, und wie Sie diese erfüllen.
Sie sollten außerdem genau wissen, warum Sie den Job wollen – das Gehalt ist hier keine Option. Geben Sie stattdessen an, warum Sie auf der Suche nach einer neuen Herausforderung sind oder warum diese Position der beste nächste Schritt in Ihrer Karriere ist.
An diesem Punkt sollten Sie sich aber auch Ihren potenziellen Schwächen bewusst sein, über die sich der Interviewer sorgen könnte. Versetzen Sie sich in seine Position und fragen Sie sich, was der Grund wäre, warum Sie abgelehnt werden könnten – bereiten Sie daraufhin eine Art „Verteidigung“ vor und überlegen Sie, warum Sie trotzdem am besten für diese Stelle geeignet sind.
Auf deren Fragen vorbereiten
Dieser Punkt mag offensichtlich erscheinen, ist aber wichtig: Sie sollten Ihre Antworten auf grundlegende Fragen eines Vorstellungsgesprächs kennen. Das fängt bei dem beliebten Satz an: „Erzählen Sie mir etwas über sich“. Betrachten Sie diese Frage als Ihren „Elevator Pitch“ – zeigen Sie Ihre wichtigsten Stärken und den Grund, warum Sie sich genau jetzt für diese Position interessieren.
Bei dieser Frage sollten Sie damit beginnen, wer Sie in professioneller Hinsicht sind und Ihre Vorzüge nennen, während Sie dem Interviewer gleichzeitig einen kleinen Einblick in Ihre Persönlichkeit gewähren. Beleuchten Sie dann zwei bis vier Punkte, in denen Sie Ihre Expertise und Leistung und Ihren Enthusiasmus herausstellen, durch die Sie sich Ihrer Meinung nach von anderen Bewerbern unterscheiden. Beenden Sie den Pitch, indem Sie verdeutlichen, dass Sie die offene Stelle wollen und warum. Wie Sie sehen, ist dieser Elevator Pitch mit mehr Arbeit verbunden als man denken mag – die richtige Vorbereitung ist daher sehr wichtig.
Stellen Sie sich außerdem auf verhaltensbasierte Fragen ein – Interviewer werden Sie wahrscheinlich Erfahrungen beschreiben lassen, die Verhaltensweisen zeigen, die für eine bestimmte Position wichtig sind. Um sich darauf effektiv vorzubereiten, sollten Sie eine Geschichte von jedem Ihrer Arbeitsplätze parat haben, die eine Ihrer Stärken zeigt und wie Sie diese genutzt haben. Denken Sie hier an die STAR-Regel: beschreiben Sie die Situation, die Aufgabe (Task), die Vorgehensweise (Action) und das Resultat Ihrer Erfahrung.
Ihre eigenen Fragen vorbereiten
Interviewer werden Sie am Ende immer fragen, ob Sie Fragen haben. Unter allen Umständen sollten Sie welche haben, um Ihr Interesse zu demonstrieren; überlegen Sie sich also schon vor dem Gespräch Fragen, die Sie an dieser Stelle nennen können. Fragen Sie den Interviewer zum Beispiel, was er am meisten an seiner Arbeit in dem Unternehmen mag, oder welche Eigenschaften der ideale Bewerber für die offene Stelle haben würde.
Erster Eindruck
Werfen Sie einen Blick auf Ihren Auftritt in den sozialen Netzwerken. Dies ist ein simpler Schritt, hat aber einen großen Einfluss darauf, welchen Eindruck der Interviewer von Ihnen bekommen wird.
Eine weitere Sache, die Sie klären sollten, ist Ihr Weg zu dem Ort, an dem das Gespräch stattfinden wird. Um Verspätungen zu vermeiden, proben Sie die Fahrt einige Tage vor dem Vorstellungsgespräch um etwa die selbe Uhrzeit – Sie sollten wissen, wann Sie das Haus verlassen müssen, um etwa eine halbe Stunde vor Beginn des Gesprächs anzukommen.
Während des Vorstellungsgesprächs

Ihre Ankunft
Seien Sie pünktlich. Sie sollten nicht zu spät eintreffen, aber auch nicht viel zu früh. Wenn Sie verfrüht ankommen, ist es ratsam, das Sie irgendwo in der Nähe des Unternehmensstandorts hinzusetzen und einmal mehr Ihre Notizen durchgehen. Eine halbe Stunde früher zu dem Ort Ihres Vorstellungsgesprächs zu gehen mag vielleicht nicht unhöflich erscheinen; der Interviewer könnte sich aber gehetzt fühlen, wenn er sich noch in einem Meeting befindet – was auch kein guter Ausgangspunkt für Ihr Gespräch ist.
Während Sie auf Ihren Interviewer warten, lassen Sie Ihr Telefon und Ihre Notizen in Ihrer Tasche. Lesen Sie stattdessen eine Unternehmenszeitschrift, falls es eine gibt. Das gibt Ihnen einige zusätzliche Informationen und Neuigkeiten, über die Sie später mit dem Interviewer reden können.
Sobald der Interviewer auf Sie zukommt, sollten Sie aufstehen und Ihn mit einem festen Händedruck und einem Lächeln begrüßen – das lässt Sie schon von Beginn an selbstbewusst erscheinen.
Bringen Sie das Wichtigste mit
Nehmen Sie immer eine Kopie Ihres Lebenslaufs und anderen wichtigen Unterlagen zu einem Vorstellungsgespräch mit. Sollte der Interviewer keine Zeit zum Ausdrucken Ihrer Dokumente gehabt haben, können Sie Ihm so einfach Ihre Kopien überreichen – so verlieren Sie nicht die wertvolle Zeit Ihres Interviewers und wirken zudem gut vorbereitet und professionell.
Unter allen Umständen sollten Sie außerdem einen Notizblock und einen Stift mitnehmen. Im Idealfall haben Sie die ausgedachten Fragen für das Ende des Vorstellungsgesprächs bereits darauf notiert, sodass Sie nichts wichtiges vergessen. Bringen Sie außerdem Ihre Visitenkarte mit, sodass Sie diese mit dem Interviewer austauschen können.
Körpersprache
Dieser Punkt umfasst eine Dinge, auf die Sie achten sollten. Der zuvor bereits genannte Händedruck ist ein Teil davon; Körpersprache umfasst aber auch das Halten von Augenkontakt und eine gute Körperhaltung, um Ihr Selbstbewusstsein zu verdeutlichen. Sollten Sie sich unwohl fühlen, jemandem direkt in die Augen zu gucken, schauen Sie stattdessen auf die Region zwischen den Augen Ihres Gegenübers. Sprechen Sie klar und deutlich und vermeiden Sie Umgangssprache.
Schon angefangen bei der Wahl Ihrer Kleidung: denken Sie daran, dass es besser ist, sich zu professionell als zu leger zu kleiden. Der Tag des Vorstellungsgesprächs ist übrigens auch gut dafür geeignet, darauf zu achten wie sich die Angestellten im Unternehmen kleiden (was gut zu wissen ist, wenn Sie den Job bekommen und Ihr Outfit für den ersten Tag planen). Es wird außerdem empfohlen, kein Parfüm aufzutragen – auch wenn Sie den Duft mögen, ist leider nicht garantiert, dass auch der Interviewer es tut.
Das Gespräch an sich
Während des Gesprächs sollten Sie sicherstellen, schon innerhalb der ersten fünf Minuten einen perfekten ersten Eindruck zu hinterlassen. Zeigen Sie Ihre Stärken und Ihr Interesse an der Position auf, die Sie bereits in der Vorbereitungsphase herausgearbeitet haben. Seien Sie stets positiv und kritisieren Sie nicht Ihren aktuellen oder ehemaligen Arbeitgeber.
Seien sie auch darauf vorbereitet, wie Sie mit unangebrachten oder sogar illegalen Fragen umgehen, zum Beispiel über Ihren Familienstand, Ihre Religion usw. Fragen Sie am besten, inwieweit diese Frage relevant für Ihre Bewerbung sein soll, oder versuchen Sie, die eigentlich Frage hinter der Frage zu beantworten: Wenn Sie gefragt werden, ob Sie Kinder planen, drehen Sie die Frage um und erklären Sie, dass sie sich für Iher Karriere verpflichten und nicht vorstellen können, diese aufzugeben (auch wenn das nicht der Wahrheit entspricht).
Beenden Sie das Gespräch in einer positiven Richtung und teilen Sie dem Interviewer einmal mehr mit, dass Sie sehr an dieser Stelle interessiert sind. Danken Sie ihm für seine Zeit und die Einladung und fragen Sie Ihn, wann Sie mit einer Rückmeldung rechnen können.
Nach dem Vorstellungsgespräch

Das Dankesschreiben
Direkt nach dem Bewerbungsgespräch wird empfohlen, per Post oder Mail ein Dankesschreiben an den Interviewer zu versenden. Danken Sie ihm erneut für seine Zeit und machen Sie das Schreiben persönlich: hängen Sie zum Beispiel eine Arbeitsprobe von einem Projekt an, über das Sie gesprochen haben. Generell wird geraten, dass das Schreiben innerhalb von 48 Stunden nach dem Bewerbungsgespräch abgeschickt werden sollte. 57% der Recruiter sagen sogar, dass das Fehlen eines Dankschreibens zu einer Ablehnung Ihrer Bewerbung führen kann!
Persönliche Weiterentwicklung
Um auch persönlich von dem Gespräch zu profitieren, sollten Sie eine Liste mit den Dingen erstellen, von denen Sie denken, dass Sie diese während des Gesprächs gut gemacht haben, sowie mit den Dingen, die Sie noch verbessern möchten. Machen Sie das am besten direkt nach dem Vorstellungsgespräch, weil Ihre Erinnerungen da am frischsten sind, und seien Sie ehrlich mit sich selbst. Laut Recruitern finden in 51% aller Fälle drei Interviews statt, bevor Ihnen die Stelle angeboten wird – diese Liste wird Ihnen daher helfen, sich auf zukünftige Bewerbungsgespräche vorzubereiten.
Weiteres Vorgehen
Natürlich möchten Sie nach einer Weile auch Feedback von dem Interviewer erhalten. Wenn Sie nach einer Weile nicht benachrichigt wurden, wagen Sie selbst den Schritt und kommen auf ihn zu. Wenn Sie das nicht tun, könnten Sie desinteressiert wirken und dies laut 37% der Recruiter in einer Ablehnung Ihrer Bewerbung resultieren. Wenn Ihnen allerdings gesagt wurde, dass es ein bestimmtes Datum gibt, an dem Sie eine Antwort erhalten, sollten Sie natürlich bis zu diesem Tag warten. Andernfalls könnten Sie ungeduldig und voreilig erscheinen. Dazu gehört auch die nächste Regel: Fragen Sie nicht zu häufig nach, wann Sie eine Antwort erhalten.
Was Sie tun sollten – und was besser nicht

Als eine kleine Zusammenfassung, haben wir hier grundlegende Verhaltensregeln zusammengefasst, die Sie definitiv im Hinterkopf behalten sollten:
Das sollten Sie tun
- Ordentliche und professionelle Kleidung tragen
- Augenkontakt halten und Ihren Interviewer mit einem festen Händedruck begrüßen
- Ruhig und mit beiden Füßen auf dem Boden sitzen
- Ihren Lebenslauf auswendig kennen
- Dankesschreiben versenden und sich nach dem Gespräch melden
Das sollten Sie vermeiden
- Zu spät kommen
- Vor dem Gespräch rauchen
- Ihre Schwächen preisgeben
- Ihren aktuellen oder ehemaligen Arbeitgeber kritisieren
- Fragen nur mit „Ja“ oder „Nein“ beantworten
Unter Berücksichtigung dieser Tipps hoffen wir, dass Sie gut vorbereitet sind, um eine gute Leistung im Bewerbungsgespräch zu erbringen und wünschen Ihnen dafür viel Glück und Erfolg!
Wenn Sie offen für eine neue Stelle sind, wenden Sie sich hier an die globale Headhunting-Agentur Tunnicliffe Hunt und wir werden dafür sorgen, dass Sie für das nächste Vorstellungsgespräch gut vorbereitet sind, um Ihren Traumjob zu bekommen.
